Corona-Informations-System

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Mit Anfang Juni stellen die meisten Kliniken in Österreich wieder auf einen normalen Betriebsmodus um. Dies bedeutet die grundsätzlich volle Verfügbarkeit der stationären, ambulanten wie auch der OP-Kapazität. Aufgrund der weiter aufrecht zu erhaltenden Strukturmaßnahmen werden die personellen Ressourcen in manchen Bereichen allerdings nicht ganz einfach „wie vorher“ zur Verfügung stehen. So müssen sich weiterhin alle Personen, die ein Klinikum aufsuchen, einer Eingangskontrolle unterziehen, um ggf. „COVID-verdächtige“ Personen zu detektieren. Auch werden alle Patienten, die sich elektiven operativen Eingriffen unterziehen, einer PCR Testung unterzogen. Diese und weitere Maßnahmen sind personalintensiv, so dass das vielzitierte „Hochfahren“ nur ein schrittweises sein kann.

Im eigenen Bereich wird die Anästhesiekapazität mit Ende Mai wieder auf Normalbetrieb umgestellt, die Ambulanzzeiten mit Anfang Juni wieder auf das übliche Maß ausgedehnt. Die angeordnete Umstellung auf reine Terminambulanz hat sich durchaus bewährt – sie verhindert Patientenansammlungen vor der Ambulanz und gestattet eine transparentere Leistungsplanung. Hier wird es bei zunehmendem Normalbetrieb wichtig sein, „Slots“ für Akutpatienten frei zu halten, um einen reibungslosen Prämedikationsbetrieb zu gewährleisten.

Eigene COVID OP- bzw. Intensivbereiche können ebenfalls wieder aufgelöst werden. Die gemachten Erfahrungen sind – auch wenn es keine COVID-Patienten zu betreuen galt – extrem wertvoll für eine allenfalls kurzfristig notwendige Erhöhung der Intensivkapazität. Die vorhandenen technischen Ressourcen erlaubten die Erweiterung ohne großen finanziellen Aufwand; durch die Belegung mit Non-COVID Patienten konnte Optimierungspotential in Konzeption und Aufbau rasch erkannt und behoben werden. Die Kooperation zwischen Anästhesie- und Intensivpersonal verlief im Arbeitsalltag vorbildhaft, jede und jeder konnte vom anderen in dieser besonderen Situation lernen. Insgesamt sind wir nun in der Lage, innerhalb von 48h eine derartige Erweiterung betriebsbereit zu haben.

Insgesamt wurde also mit den gegebenen Mitteln – und der zum Startzeitpunkt vorliegenden Information – ein Optimum erreicht, das auch dem erwarteten Patientenansturm gerecht geworden wäre. Seien wir froh, dass wir dies dann doch nicht entsprechend umfangreich zum Einsatz bringen mussten. Aus den Erfahrungen werden wir aber auch für den normalen Alltag das eine oder andere mitnehmen und unsere Organisation noch entsprechend anpassen.

An dieser Stelle möchte ich nochmals allen „Danke“ sagen, die sich so engagiert in die Vorbereitungen eingebracht und den „Pandemiebetrieb“ mit all seinen Schwierigkeiten in kooperativer Weise mitgetragen haben. Wir werden diese Website aktiv halten, um ggf. auf die darin enthaltenen Informationen rasch zugreifen können. Aktuelle Publikationen, die uns praxisrelevante neue Informationen geben, können wir dort zeitnah online stellen und ggf. via WhatsApp darüber informieren. Gleiches gilt für die hausweiten Regelungen wie auch für unsere eigenen SOPs.

In der Hoffnung, keine „zweite Welle“ in größerem Umfang erleben zu müssen – und im Bewusstsein, dafür im Fall des Falles ein starkes Team zur Seite zu haben – sage ich nochmals herzlich DANKE, nicht zuletzt im Namen der uns anvertrauten Patienten!

H. Trimmel