Corona-Informations-System

COVID-19: Zeit für Wissenschaft und Fakten

Gastbeitrag von Dr. Andreas Gradert, Mitglied der GWUP und der Skeptiker.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesklinikum Wiener Neustadt, danke, dass auch ich ein wenig zur Aufklärung über Covid-19 beitragen kann. Mein Spezialgebiet dabei ist seit 1984 die Aufklärung und Demaskierung von Verschwörungstheorien, und davon gibt es bei Covid-19 wirklich eine Menge. Hier ein paar Auszüge aus unseren Publikationen.

Covid-19 ist eine beispiellose Bedrohung für die öffentliche Gesundheit in Europa und der ganzen Welt. In der GWUP haben wir die Daten- und Diskussionslage um Covid-19 aufmerksam verfolgt und deswegen die für den Mai geplante Skepkon abgesagt. Wir begrüßen, dass nach anfänglicher Zögerlichkeit die Politik den Enschätzungen der Experten zunehmend folgt. Dabei sollte sie über den Tellerrand Europas hinausschauen, um eine breitere uns solidere Basis zur Einschätzung der Lage sowie für Handlungsempfehlungen zu haben. Mittlerweile wurden Maßnahmen verabschiedet, die wissenschaftliche Ratschläge umsetzen. Wir beobachten, dass vieie Mitbürgerinnen und Mitbürger diese Maßnahmen annehmen und mittragen, um einen Beitrag zur Bewältigung dieser Krise zu leisten. Beispiele sind Social Distancing – also die Vermeidung physischer Kontakte – gerade auch in öffentlichen Räumen sowie im öffentlichen Nahverkehr.

Als Skeptiker können wir ebenfalls einen Beitrag leisten: Wir können durch unser Engagement über Fehlinformationen zu Covid-19 aufklären. Diese werden z. B. von selbsternannten „Experten” verbreitet, die längst widerlegte pseudomedizinische Verfahren anbieten. Solche oft als „Komplementärmedizin” getarnten Angebote sind im besten Fall nutzlos, unter Umständen kontraproduktiv und gegebenenfalls sogar gefährlich.

Außerdem gehen wir Verschwörungstheorien auf den Grund, die Panik schüren und von gebotenen und gut begründeten Empfehlungen ablenken.

Und wir können bei der Enttarnung von alternativen Fakten helfen. Manchmal lauern diese sogar im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. In der Sendung „Frontal 21″ war am 10.03. ein umstrittener Arzt zu Gast und bezeichnete die von anerkannten wissenschaftlichen Experten dringend empfohlene Absage von Großveranstaltungen als „Panikmache.”

Nun ist die Wissenschaft gefragt. Das gilt in erster Linie – aber nicht nur – für die Suche nach wirksamen Medikamenten und einem Impfstoff. Unsere Aufgabe ist es, ihr den Rücken zu stärken und sie durch unser Engagement als Skeptiker klar von alternativen Fakten abzugrenzen.

Dazu wollen wir alle, nicht nur unsere Mitglieder, entschieden aufrufen. Hier finden Sie Links zu Beiträgen über COVID-19 und die Coronakrise, die regelmäßig in unserem Blog gwup | die skeptiker erscheinen. Die Liste wird stetig aktualisiert.

Eine weitere gute Quelle für unseriöse/unsinnige Behauptungen ist der Blog von Mimikama.

Zahlen und Grafiken zu COVID-19

Informationen hier stammen u.a. von Our World in Data, übernommen nach der Creative Commons Lizenz. Wir danken dem Team von Max Roser für seine Arbeit.

Die abgebildeten Grafiken – wenn nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet – beruhen auf Daten des European Center for Disease Control and Prevention (ECDC).

Bisher bestätigte Todesfälle durch COVID-19

Die angezeigten Fälle pro Land können ausgewählt werden. Eine gewisse Unsicherheit bei der Erfassung der Todesfälle kann nicht ausgeschlossen werden, denn die Zuordnung der Todesfälle zu COVID-19 wird unterschiedlich gehandhabt. Um die Daten der einzelnen Länder separat zu betrachten, in der Legende den Menüpunkt “Map” auswählen und gewünsches Land auf der Karte anklicken. Mit “+ Add country” kann man weitere Länder hinzufügen und vergleichen.

Die Zahlen für Deutschland stimmen (+/-24 Stunden) mit denen vom Robert Koch Institut überein. Eine weitere gute Quelle ist die John Hopkins Universität.

Anzahl der bestätigten Fälle von COVID-19

Hier ist zu beachten, dass die Anzahl der bestätgten Fälle nur diejenigen umfasst, bei denen der Laborbefund einer COVID-19-Infektion nach der Definition der Weltgesundheitsbehörde (WHO) vorliegt. Erkrankte ohne Befund sind nicht mitgezählt, deshalb ist unbekannt, wie viele Menschen weltweit tatsächlich an COVID-19 erkrankt sind. Die Daten des ECDC beruhen auf den bestätigten Fällen, die von den jeweiligen Ländern gemeldet werden, und dieser können aufgrund der jeweiligen Interpretation der WHO-Definition sehr unterschiedlich sein. Außerdem hängen die ermittelten Werte stark von der Testhäufigkeit in den unterschiedlichen Ländern ab. Werden in einem Land mehr Tests durchgeführt, wird dort auch ein höherer Prozentsatz der tatsächlichen Fällen entdeckt.

Auch in dieser Grafik können die Daten der einzelnen Länder separat ausgewählt werden: in der Legende den Menüpunkt “Map” auswählen und gewünsches Land auf der Karte anklicken und anschließend weitere Länder hinzufügen.

Was wir hier sehr deutlich bei der Auswahl der einzelnen Länder sehen ist, dass das Verhältnis der bestätigten Todesfälle und der bestätigten Infektionsfälle sich stark von Land zu Land unterscheidet.

Karte der John Hopkins University

Diese ebenfalls immer mit den den neuesten Daten aktualisierte Karte der Johns Hopkins Center for Systems Science and Engineering ist empfehlenswert. Die Datenquellen, die hier verwendet werden sind vielfältiger und umfassen die Weltgesundheitsorganisation WHO, das U.S. Centers for Disease Control and Prevention, das European Center for Disease Prevention and Control, die National Health Commission of the People’s Republic of China, lokale Medienberichte, lokale Gesundheitsabteilungen, und die DXY, eine der größten Online-Gemeinschaften für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Pharmazeuten und diverser Einrichtungen.

Den Link zur Originalseite finden Sie hier. Die Unterschiede zwischen den Zahlen, die jedoch nicht wesentlich sind sind Folge der unterschiedlichen Quellen und wann die Daten jeweils gemeldet bzw. erfasst worden sind.

Weitere gute Informationsquellen sind hier:

Corona-Podcast NDR
Corona-Podcast Sueddeutsche Zeitung