Corona-Informations-System

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

Max Frisch

Erfreulicherweise ist die Situation, was Infektionszahlen, Krankenhaus- und Intensivhäufigkeit der COVID-19 Patienten betrifft, weiterhin stabil rückläufig. Die Auslastung der Intensivbetten geht dabei  ebenso zurück (Abb. 1) wie die Infektionszahlen (Abb. 2).

Was bedeutet dies für uns im weiteren Verlauf ?

Ich denke, es stellen sich uns nunmehr zwei wesentliche Aufgaben:

  1. Planung der Rückkehr zu einer „neuen Normalität“, und
  2. die ehrliche und intensive Analyse dessen, was uns die letzten 6 Wochen beschäftigt hat, was wir gut und vielleicht auch weniger gut gemacht haben, wo etwas versäumt wurde oder wir vielleicht überschießend reagiert haben – kurz, was wir aus diesen Wochen lernen können.

Ich halte gerade den zweiten Punkt deshalb für besonders wichtig, da wir wohl kaum damit rechnen dürfen, dass „der Spuk nun vorbei ist“, namhafte Virologen rechnen noch im Sommer, spätestens aber zu Anfang des Winters mit einer „zweiten Welle“. Und darauf sollten wir so gut wie möglich vorbereitet sein.  

Was nun die „neue Normalität“ betrifft, so wird das in unserem eigenen Bereich wohl auf lange Sicht sehr strikte Hygienemaßnahmen, Awareness hinsichtlich des Aufflammens einer neuen Infektionswelle durch intensives Testen, exakte Planung und Lenkung der Patientenströme sowie einen engen interdisziplinären Austausch bedeuten, der auf Wertschätzung und Anerkennung der Bedürfnisse des Anderen aufbaut. Unser zukünftiges Wirken wird noch mehr als bisher auf die Einhaltung von Regeln abstellen (müssen), die wir uns selbst geben und im Bedarfsfall adaptieren. Nur so kann eine möglichst umfassende, patientenorientierte Versorgung bei einem Höchstmaß an Patienten- und Mitarbeitersicherheit unter den jeweils gegebenen Umständen gewährleistet werden.

Im Laufe der kommenden Wochen werden wir die zusätzlichen Intensivkapazitäten bis auf unsere Normalkapazität von 21 Betten zurückfahren, die Anästhesieambulanz vollständig auf Terminplanung mit wieder ausgeweiteten Betriebszeiten umstellen und die Zahl der betriebenen Operationssäle schrittweise erhöhen. Genaue Informationen dazu folgen, sobald Konkretes vereinbart werden kann.

In diesem Sinne zähle ich weiterhin auf Eure engagierte Mitarbeit und bedanke mich an dieser Stelle aufrichtig beim gesamten Team unserer Abteilung für das bisher geleistete!

H.Trimmel